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Green Investments: Wind- und Solarenergie sind ein gutes Team

Wind- und Solarenergie haben sich in Deutschland längst von der exotischen Ergänzung zum tragenden Pfeiler der Stromversorgung entwickelt, und genau darin liegt ihre Bedeutung für die Energiewende. Eine neue Studie der staatlichen Förderbank KfW macht deutlich, dass es nicht nur um immer mehr Anlagen geht, sondern um das Zusammenspiel der Technologien. Wer die Geschichte der Energieversorgung kennt, weiß: Ein stabiles System war immer dann am stärksten, wenn es nicht von einer einzigen Quelle abhing. Früher waren es unterschiedliche Kraftwerkstypen, heute sind es erneuerbare Erzeugungsarten, die sich gegenseitig ausgleichen. Das ist keine romantische Idee, sondern eine Frage von Verlässlichkeit – und Verlässlichkeit war in der Energiewirtschaft schon immer der Maßstab, an dem sich alles messen lassen musste.

Für das Jahr 2025 nennt die Studie eine zentrale Zahl: 56 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms stammten aus erneuerbaren Quellen. Das ist mehr als eine symbolische Marke, weil es zeigt, dass die Erneuerbaren nicht nur “dazugebaut” werden, sondern den Alltag der Stromversorgung prägen. Innerhalb dieses erneuerbaren Anteils entfielen 29 Prozent des Stromverbrauchs auf Windenergie und 16 Prozent auf Solarenergie. Diese Verteilung ist interessant, weil sie zwei sehr unterschiedliche Charaktere zusammenbringt: Wind ist in Deutschland häufig in den kühleren Jahreszeiten und nachts stark, Solar liefert vor allem tagsüber und im Sommer. Genau dieses Muster ist in der Praxis Gold wert. In einem System, das früher stark auf kontinuierlich laufende Großkraftwerke gesetzt hat, muss heute eine andere Form von Stabilität entstehen: durch Mischung, Ausgleich und planbare Ergänzung.

Besonders aussagekräftig ist deshalb die Beobachtung der KfW, dass Wind- und Solarstrom sich „ausgesprochen gut“ ergänzen. In den vergangenen drei Jahren seien im Durchschnitt lediglich an rund 15 Tagen ungünstige Bedingungen für Wind und Sonne gleichzeitig zusammengefallen – also Tage, an denen beide Erzeugungsarten zugleich schwach waren. 15 Tage sind im Kalender greifbar: Das ist nicht ein langer Winterblock, der das Land in eine Versorgungslücke drückt, sondern eine überschaubare Zahl einzelner Problemfälle. Umgerechnet entspricht das nur rund 4 Prozent aller Tage im Jahr. Diese Größenordnung hilft, die Debatte zu erden. Sie zeigt: Das eigentliche Thema ist weniger die Angst vor dauerhafter Flaute und Dunkelheit, sondern die kluge Vorbereitung auf relativ seltene, aber relevante Ausnahmesituationen.

Und hier lohnt der Blick auf das, was sich bewährt hat – früher wie heute: Redundanz, Reserve und saubere Abläufe. Ein traditionell gut geführtes Energiesystem verlässt sich nie darauf, dass alles immer ideal läuft. Wenn Wind und Sonne an den meisten Tagen gut zusammenarbeiten, dann ist das eine starke Basis. Aber für die rund 4 Prozent schwieriger Tage braucht es weiterhin ein solides Handwerkszeug: Speicher, flexible Kraftwerke, ein starkes Netz, verlässliche Prognosen und eine pragmatische Steuerung des Verbrauchs, wo es möglich ist. So wurde Versorgungssicherheit schon immer organisiert: nicht durch Wunschdenken, sondern durch Vorsorge. Die Zahlen der KfW sind daher weniger ein Anlass zum Jubel als ein nüchterner Hinweis, dass das Fundament tragfähig ist – wenn man die klassischen Tugenden der Infrastrukturpolitik ernst nimmt und das System nicht ideologisch, sondern technisch und verantwortungsbewusst weiterentwickelt.